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Winzig klein, großes Problem
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Mikroplastik

Winzig klein, großes Problem

Mikroplastik gilt bei dm als zentrales Umweltthema. Um Einträge in Böden und Gewässer zu verringern, setzt das Unternehmen auf Prävention, Kreislaufwirtschaft und gezielte Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette. Ziel ist, Umweltschäden zu vermeiden und Ressourcen langfristig zu schützen.
Mikroplastik spielt bei der Verschmutzung von Wasser und Boden eine bedeutende Rolle. Gelangen kleine Kunststoffpartikel in die Umwelt, können sie Mensch und Natur langfristig schaden. Entstehen kann dies etwa durch falsch entsorgte Verpackungen – sogenanntes Littering – oder durch Reifenabrieb von Transportfahrzeugen. Beide Wege betreffen Wertschöpfungsstufen vor und nach dem Verkauf der Produkte. Ein zentraler Ansatz von dm besteht darin, Ressourcen zu schützen, Kreislaufwirtschaft zu stärken und Umweltbelastungen präventiv zu reduzieren. Solche Maßnahmen fördern nachhaltige Prozesse und stärken gleichzeitig die Position des Unternehmens als verantwortungsbewusster Händler. Zugleich lassen sich Erwartungen einer zunehmend umweltbewussten Kundschaft erfüllen, was die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens langfristig sichert.

Strategie, Ziele und Vorgehen

Im Rahmen der aktualisierten Wesentlichkeitsanalyse 2023/24 wurde Umweltverschmutzung – insbesondere durch Mikroplastik – als wesentliches Handlungsfeld eingeordnet. Darauf basierend erfolgt der Aufbau von Strategien, um Mikroplastikeinträge entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verringern.
Alle Geschäftsbereiche wurden hinsichtlich potenzieller Emissionen betrachtet. Eine erste Abschätzung zeigt: Besonders der Reifenabrieb von LKW in Logistikprozessen gilt als relevante Quelle. Die übergeordnete Zielsetzung lautet daher, Mikroplastik in Böden und Gewässern deutlich zu reduzieren. Dazu wurden vier zentrale Schwerpunkte definiert: Verlust von Kunststoffgranulat verhindern, Littering vermeiden, Mikroplastik in Rezepturen reduzieren, Einträge aus Textilwäsche senken.

Verluste minimieren

In der Kunststoffverarbeitung kann es beim Be- und Entladen zu Pelletverlusten kommen. Granulate gelangen dann etwa durch Wind oder Regen in die Umwelt. Um Verluste zu reduzieren, sind Investitionen in Reinigungssysteme, Auffangeinrichtungen und Mitarbeiterschulungen erforderlich. Herstellpartner treten teilweise bereits Initiativen wie „Zero Pellet Loss“ bei. Ein Monitoring befindet sich im Aufbau und soll zukünftig verbindliche Standards definieren sowie Fortschritte messbar machen. Ziel ist eine nachvollziehbare, überprüfbare Reduktion von Verlusten entlang relevanter Prozessschritte.

Littering vermeiden

Gelangen Verpackungen in die Umwelt, trägt dies zur Verschmutzung von Landschaft und Gewässern bei. Daher wird gezielt an litteringarmen Verpackungslösungen gearbeitet. Ein Beispiel bietet die dm Marke Sundance: Verschlusskappen für Sonnensprays wurden überarbeitet, sodass alle Elemente fest verbunden sind. Dadurch gelangt weniger Kunststoff unkontrolliert in die Natur – zugleich sinkt der Materialeinsatz pro Verpackung. Bewusstseinsbildung ist ebenfalls Teil des Ansatzes. Informationsmaßnahmen richten sich sowohl an Mitarbeitende als auch an Kundinnen und Kunden. Inhalte vermitteln, wie Wertstoffe korrekt getrennt und entsorgt werden können. Zusätzlich engagiert sich dm im Forum Rezyklat, das sich für höhere Rezyklatanteile, geschlossene Kreisläufe und regionales Recycling einsetzt (siehe Kapitel „Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft“).

Im eigenen Betrieb werden Wertstoffe sorgfältig gesammelt. Folien werden in Verteilzentren gepresst, gebündelt und direkt über geschlossene Ladebrücken verladen – ein Prozess, der Plastikaustrag verhindert. In den dm Märkten erfolgt die Sammlung von Folie und Kunststoff ebenfalls geordnet, meist im Lagerbereich. In großen Einkaufszentren besteht eine zentrale Sammlung gemeinsam mit weiteren Händlern. Zertifizierte Entsorgungsunternehmen übernehmen den Abtransport. Ergänzend kommen Aufklärungsmaßnahmen in nachgelagerten Bereichen und entlang der Logistikketten zum Einsatz.

Rezepturen anpassen

Die Reduktion von Mikroplastik in Produkten zählt zu den langfristigen Qualitäts- und Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens. Bereits 2014 wurden feste Kunststoffpartikel aus allen ab- und auswaschbaren Körper- und Zahnpflegeprodukten der dm Marken entfernt. Parallel erfolgt seitdem die Überarbeitung von Formulierungen, in denen synthetische Polymere enthalten sind. Ziel bleibt, Kunststoffpartikel und flüssige Polymere zunehmend zu ersetzen oder zu reduzieren – und dabei über EU-Mindestanforderungen hinauszugehen. Fortschritte entstehen insbesondere in Produktentwicklungsprozessen, in denen alternative Rohstoffe, natürliche Funktionsgeber und innovative Rezepturansätze getestet werden. Damit sinkt langfristig die Gesamtmenge mikroplastikbasierter Inhaltsstoffe in dm Markenprodukten.

Auf Materialauswahl achten

Auch Textilien können Mikroplastik freisetzen – besonders beim ersten Waschgang. Deshalb wird auf Materialauswahl und textiles Design geachtet. Durch konstruktive Anpassungen lassen sich Faserausbrüche reduzieren. Beim babylove Wasch-Handschuh in Tierform sowie bei ebelin Reinigungstüchern wird beispielsweise die innenliegende Schnittkante per Laser versiegelt. Dadurch lösen sich weniger Mikrofasern und weniger Material gelangt in das Abwasser. Solche Maßnahmen ergänzen Forschungsergebnisse und zeigen, wie Designentscheidungen Einfluss auf die Umweltwirkung haben können.

Fazit

Mikroplastik stellt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. Durch verantwortungsvolle Gestaltung von Verpackungen und Rezepturen, sichere Prozesse bei Partnerunternehmen sowie Prävention im Transportbereich lässt sich der Eintrag deutlich verringern. Ergänzend trägt Bewusstseinsbildung dazu bei, Wertstoffe fachgerecht im Kreislauf zu halten. So entwickelt dm entlang der Wertschöpfungskette wirksame Maßnahmen weiter – mit dem Ziel, Umweltbelastungen zu minimieren und Ressourcen zu schützen.